Intention

In dieser Rubrik stelle ich meiner Ansicht nach besonders lesenswerte Bücher vor. Die Empfehlungen sind nicht notwendigerweise Neuerscheinungen, sondern einfach gute Bücher, bei denen es auch durchaus sein kann, daß meine eigene Lektüre bereits lange zurückliegt. Seit April 2002 gibt es hier ungefähr monatlich eine Buchempfehlung – wenn ich Zeit finde. Die Besprechungen des vergangenen Jahres finden sich auf einer eigenen Seite.

Dezember 2003

Das geistige Oberhaupt der Tibeter, seine Heiligkeit der Dalai Lama, hat mit seinem „Buch der Menschlichkeit – Eine neue Ethik für unsere Zeit“ ein weiteres Werk über ethische Grundwerte vorgelegt.

Ausgehend von dem Grundbegriff des Mitgefühls, der eingehend erläutert und dessen Entstehung aus dem Streben nach Glück und dem Wesen der Wirklichkeit ausgeführt wird, baut der Dalai Lama alle weiteren Werte als Ableitungen von diesem Mitgefühl auf. So wird zunächst die Ethik des Einzelnen betrachtet, bevor die Verantwortung für das direkte Umfeld des Einzelnen, inklusive Medien, Erziehung und Umwelt ins Spiel kommt und den Bogen zur globalen Gesellschaft spannt. Dabei führt der Dalai Lama Konzepte wie Selbstbeschränkung, Tugend, Mitgefühl und Leid ein. Er vermeidet jedoch hehre Prinzipien, sondern setzt die Konzepte kritisch mit der realen Gesellschaft in Verbindung.

„Das Buch der Menschlichkeit“ steht über der engen Betrachtungsweise einzelner Religionen, sondern eröffnet neue Horizonte jenseits von Konfessionen oder Glaubenssätzen, denn – wie der Dalai Lama immer wieder anmerkt – alle Religionen zielen auf das Streben jedes einzelnen Menschen nach Glück ab und verwenden lediglich unterschiedliche Wege. Mich hat dieses Buch tief bewegt und meiner Ansicht nach hat der Dalai Lama eine Bibel vorgelegt, sowohl für diejenigen, die mit aus den Schriften des eigenen Glauben nicht viel bekommen können, als auch für Menschen, die nur ungern andere Ethiknormen als ihre eigenen gelten lassen wollen. Man kann dem Dalai Lama zweifellos vorwerfen, er sei ein abgehobener Weltverbesserer. Doch wo wären wir heute, wenn es nicht immer wieder Menschen gäbe, die jenseits der eingefahrenen Verhaltensweisen nach höherem suchten?

November 2003

Seit September heiß erwartet, kommt hier die Gastempfehlung von Julia:

Zeruya Shalev 

Mann und Frau

Ein Mann und eine Frau – Udi und Na'ama – sind seit Jahren verheiratet und haben eine kleine Tochter mit Namen Noga. Beide sind berufstätig, Udi als Reiseführer durch die Wüste, Na'ama als Angestellte bei einer Schwangerschaftsberatung für junge Mädchen. Beide leben ihr Leben, doch schon zu Beginn wird klar, daß keiner von beiden wirklich zufrieden ist. Das Unheil nimmt seinen Lauf, als Udi, der Fremdenführer, der oft tagelang zu Fuß unterwegs ist, eines morgens kein Gefühl mehr in seinen Beinen hat. Die Ärzte können keine organischen Ursachen feststellen. Auch später nicht, nachdem ihn weiter „Krankheiten“ befallen haben. Eine Wunderheilerin, auf die beide schließlich ihre letzte Hoffnung setzen, offenbart auf ihre eigene Art und Weise die Abgründe der Ehe: Beide sind nur damit beschäftigt, sich dem anderen so wenig liebenswert wie möglich zu zeigen, sich gegenseitig zu zermürben. Na'ama kann nicht verwinden, daß durch Udis Schuld die eigene Tochter vor zehn Jahren einen schweren Unfall hatte, Udi selbst kann die quälenden Vorwürfe seiner Frau nicht mehr ertragen. Udi zieht schließlich aus, um sich bei der Wunderheilerin auf die Heilung seiner inneren Wunden zu konzentrieren, Na'ama versucht, ihren Kummer durch eine kurze Affäre zu betäuben. Am Ende bleibt die Hoffnung auf ein Happy-End eher verhalten...

Zeruya Shalev hatte schon mit ihrem Roman Liebesleben einen großen Erfolg zu verzeichnen. Weil mir das Buch so gefallen hat, habe ich mir einfach so, ohne Ahnung, was mich inhaltlich erwarten würde, das zweite Buch – Mann und Frau – gekauft. Schon allein deshalb, weil die Autorin einen für mich sehr fremden kulturellen Hintergrund hat (die Autorin lebt in Jerusalem), ist die Geschichte unheimlich interessant.

Aber das wirklich Verblüffende ist die Sprache, die so gehetzt und verzweifelt klingt, daß man selbst so dermaßen betroffen ist von der Situation zweier Menschen, die gefangen sind in ihren seelischen Abgründen. Nicht nur einmal hätte ich am liebsten das Buch gegen eine Wand geschmissen, weil ich die Streitereien der beiden nicht mehr ertragen habe. Wenn man mal eine Pause einlegt, ist mal selbst so ruhelos und aufgewühlt, daß man es nicht lange liegen lassen kann. Es ist kein fröhliches leichtes Buch, und am Anfang tut man sich mit den endlosen Sätzen ein wenig schwer. Wenn man es aus der Hand legt, ist man selbst tief traurig über das, was Menschen so alles passieren kann, man wird sich aber gleichzeitig wieder bewußt, wie empfindlich die menschliche Seele ist, und wieviel Schaden sie durch Lieblosigkeit erleiden kann. Und so steht am Ende des Buches für einen selbst und für die Figuren des Buches die Hoffnung, es selbst besser zu machen! Es war mit Abstand eines der besten Bücher, die ich gelesen habe, auch, wenn es sich von dem, was sonst lese vollkommen unterscheidet.

September/Oktober 2003

Sehr schön war es im Urlaub! Zeit zu lesen hatte ich auch, und die Lektüren waren durchaus passabel. Allerdings wiederum nicht so, als daß ich sie hier gleich in eine Empfehlung gießen müßte.

August 2003

Als Martin Walser im Jahr 2002 seinen neuesten Roman „Tod eines Kritikers“ vorstellte, verursachte er große Aufruhr in der Kritikerwelt. Samt und sonders von imaginären Personen handelnd, konnte er Parallelen zu existierenden Persönlichkeiten kaum verleugnen.

Der Münchner Schriftsteller Hans Lach sitzt wegen Mordverdachts in Untersuchungshaft. Er wird verdächtigt, den Literaturkritiker Deutschlands überhaupt ermordet zu haben, nachdem dieser in der unmittelbar zuvor ausgestrahlten Sendung sein neuestes Buch vernichtend besprochen hatte. Einzig Michael Landolf, ein Bekannter des Autors und ebenfalls Autor, glaubt an die Unschuld Lachs und macht sich als Gegenpol zum Kriminalkommissar auf, das Umfeld Lachs und des ermordeten Ehrl-Königs zu erforschen.

Landolf erfährt von den Verstrickungen und Fäden zwischen einem Verleger, dessen Frau, dem Autor, dem Produzenten und Macher der Literatursendung und natürlich dem Kritiker Ehrl-König. Jeder hat seine Interessen, jeder hat seine Ansicht und Meinung zum Toten und dessen Todesumstände. Die Ansichten zum Toten sind sich in den Fakten gleich: Ein von sich eingenommener, durch und durch negativ eingestellter Kritiker, der auch eine positive Buchbesprechung mit vernichtenden Urteilen spickt. Das Ende ist überraschend, und macht die Grotesque vollkommen.

Martin Walser schreibt anschaulich, jedoch komplett ohne explizite wörtliche Reden. Er ergeht sich gerne in seitenlangen Essays, die meist als Gedankengänge des Erzählers verpackt sind. In einer Seitenhandlung wird ein literarisch begabter Nervenheilanstaltsinsasse eingeführt, dessen Ergüsse seitenlang rezitiert werden, deren Einbettung und Sinn im Gesamtroman mir aber verborgen bleibt. Auch fällt die Spannung im letzten Drittel des Buches stark ab, nach der Auflösung des Rätsels plätschert die Nachhandlung dahin und ich war froh, als es dann endlich vorbei war.

Der „Tod eines Kritikers“ hat aufgrund seines Inhalts für Unruhe in der Szene gesorgt. Der unzweifelhaft durch Ehrl-König repräsentierte Marcel Reich-Ranicki fühlte sich in höchstem Maße angefeindet, die im Buch erwähnte jüdische Abstammung sowohl der fiktiven als auch der realen Person führte sogar dazu, daß man Walser Antisemitismus vorwarf und ihn in die Rechte Ecke zu stellen versuchte. Nach der Lektüre des Buches finde ich die Vorwürfe mehr als haltlos, mit genau derselben Argumentation könnte man Walser eine Münchenfeindlichkeit vorwerfen, oder Bagatellisierung von Nervenkrankheiten. Die Vorwürfe sind umso abstruser und lächerlicher und damit eigentlich schon ärgerlicher, weil die Handlung ja niemals darauf abzielt, daß die Abstammung des Kritikers auch nur den Hauch einer Ursache für die Ermordung darstellen könnte. Gewiß wird dies in der imaginären Presse des Romanuniversums thematisiert, doch wenn schon allein die Erwähnung von Diskussionen über möglichen fiktiven Antisemitismus als rechtsradikal gilt, dann haben wir wirklich allen Grund, besorgt zu sein.

„Tod eines Kritikers“ ist meiner Ansicht nach eine größtenteils spannende Lektüre mit witzigen Einfällen und Anleihen aus der Realität, dem jedoch mehr Aufmerksamkeit in der Presse zuteil wurde, als es nötig und angemessen gewesen wäre.

Juli 2003

Im Jahr 1980 veröffentlichte der Altertumsforscher und Autor Umberto Eco seinen Roman „Der Name der Rose“, der auf einem mittelalterlichen Manuskript basiert. Hauptsächlich durch die fulminante Verfilmung mit Sean Connery und Christian Slater in den Hauptrollen wurde die Geschichte des Benediktinernovizen Adson und seines Lehrmeisters, des Franziskanermönches William von Baskerville, weltbekannt.

Im 14. Jahrhundert verbringen William und sein Adlatus – sein Schüler – Adson einige Zeit in einem italienischen Benediktinerkloster. Zum einen bat der Abt des Klosters William, einen rätselhaften Todesfall eines Mönchs zu untersuchen, zum anderen hat dieser einen Vermittlungsauftrag zwischen papsttreuen Kardinälen und papstkritischen Franziskanergelehrten.

Aus der Sicht Adsons werden die sieben Tage des Aufenthalts in der Abtei erzählt, eingeteilt in die kanonischen Zeiten, also die Gebetszeiten des Ordens. In einem komplizierten Geflecht aus Beziehungen und Geheimnissen sterben noch mehr Mönche, und die Ankunft eines gefürchteten Inquisitors treibt die Handlung ihrem Höhepunkt entgegen, der ein Geheimnis von wahrhaft spiritueller Bedeutung enthüllt.

Umberto Eco bietet mit „Il nome della rosa“ vorzügliche Unterhaltung, die jedoch nicht an der Oberfläche verbleibt, sondern den Leser mitreißt und zum Nachdenken veranlaßt; zum Nachdenken über die Rolle der Kirche, sei es im Mittelalter oder auch heute. Denn es lassen sich mehr Parallelen ziehen, als man auf den ersten Blick zu sehen vermeint.

Ich habe dieses Buch gelesen lange nachdem ich zum ersten Mal den Film gesehen habe. Selbstverständlich ist auch in diesem Falle das Buch facettenreichen, was schon allein angesichts des Umfangs nicht verwundert. So geht es auf die Hintergründe ein, stellt Bezüge zu den Konflikten der Zeit her und gibt ein detailliertes Bild der damaligen Situation des Mönchswesens, speziell der Splittergruppen des Franziskanerordens und der Papstsicht wider. Die zahlreichen lateinischen Originalzitate erschweren das Lesen dadurch, daß die Übersetzungen nicht als Fußnoten, sondern als Anhang gedruckt sind, lassen das Werk aber noch authentischer wirken.

Ein anderes Buch, das sich mit christlicher Geschichte – allerdings fiktiver Art – auseinandersetzt, ist Andreas Eschbachs „Das Jesus Video“.

Juni 2003

Unsere Kinder haben ein Problem. Und damit hat auch unsere Gesellschaft ein Problem. Spätestens die PISA-Studie lenkte das öffentliche Interesse auf die Bildung und zeigt doch nur die Spitze des Eisbergs. Denn ein öffentliches Interesse an Kindern wäre noch wichtiger. Unsere Gesellschaft zeigt sich in zunehmendem Maße familien- und kinderfeindlich, und ein Mangel an Werten ist offensichtlich. Unter dem Untertitel „Wie wir die Zukunft unserer Kinder retten“ legen das Ehepaar Petra Gerster und Christian Nürnberger eine Streitschrift vor, die zu Diskussionen anregen soll.

Es geht um Themen wie die weitverbreitete Laissèz-Faire oder Nichterziehung, also fehlenden Grenzen für Kinder, um das Bild der Schule in unserer Gesellschaft und die Bedeutung, die wir ihr beimessen. Sie betreiben Ursachenforschung in Sachen Verrohung und Vernachlässigung. Weiters beleuchten sie den momentanen Computer- und Internetwahn der Politik, die aus Mangel an Kompetenz glauben machen will, der Computer wäre das Allheilmittel der Bildung.

Gerster und Nürnberger schreiben nicht bloße Theorie auf. Sie sind selbst Eltern zweier Kinder, kommen also aus der „Praxis“. Natürlich kennen auch sie keine Patentrezepte, doch sie regen zur Diskussion an, und worüber nachgedacht wird, kann schließlich besser werden. Ich kann den beiden nur recht geben. Wenn wir unsere Gesellschaft und damit die Zukunft unserer Kinder retten wollen, dann müssen wir uns ändern. Wir – das schließt sowohl jeden einzelnen als auch die Rahmenbedingungen der Politik mit ein.

Mai 2003

Seit nun schon Monaten in den Bestsellerlisten befindet sich das aktuelle Werk des Oscargewinners 2003 in der Kategorie Dokumentation, Michael Moore. Mit spitzer Feder greift er viele Aspekte der gegenwärtigen Gesellschaft und Politik Nordamerikas auf und bewertet diese. So beschäftigt sich ein Kapitel mit der Machtergreifung George W. Bushs, die ja nur durch massive Wahlfälschung zustande kam, ein weiteres mit den Machenschaften der „Bush-Junta“. Ein anderes widmet er den Rassismusproblemen und ihren Ursachen.

Die Inhaltsdichte und vor allem die nüchterne Sicht von „Stupid White Men“ trifft auf den Punkt. Man weiß nicht, ob man laut lachen oder sich an den Kopf greifen soll ob der Absurditäten. Nicht nur einmal lassen sich Parallelen zu unserem eigenen Land ziehen. In ähnlicher Weise tun sich auch hier sowohl wir Bürger als auch die Politiker nicht gerade durch nachhaltiges Handeln hervor. Sicher, Moore polarisiert und wird oft kritisiert, keine realistischen Lösungen zu bieten und aktuelle Ereignisse auszusparen. Aber ist es die Aufgabe eines Autors, schlüsselfertige Lösungen für Gesellschaftsprobleme zu liefern? Wohl kaum, sondern sozialkritische Autoren sind dazu da, die Finger in offene und verdeckte Wunden zu legen, wachzurütteln und zum Denken anzuregen.

Fazit: Michael Moores „Stupid White Men“ ist eine spannende Lektüre für alle, die noch immer glauben, daß die USA das nonplusultra in Sachen Politik und Gesellschaft sind, aber auch für alle, die von dieser Meinung schon weit entfernt sind.

April 2003

Erich Maria Remarque 

Im Westen nichts Neues

Landwehrmann Paul ist gerade zwanzig Jahre alt und befindet sich bereits seit einem Jahr auf dem Schlachtfeld des Krieges. Er berichtet von seinen Erlebnissen an der Front, von sterbenden Menschen, von den schönen Momenten mit Kameraden, von bedauernswert schlecht vorbereiteten und in Massen zerfetzten Rekruten. Der Leser wird in aussichtslose Gefechte geführt, in den deprimierenden Fronturlaub, in dem Paul nicht zur Ruhe kommen kann, ins Lazarett, wo sich das Grauen des Krieges wieder auf andere Weise zeigt.

Remarque findet stets deutliche Worte, beschönigt nichts. Der kleine Soldat Paul ist näher an der Wahrheit, als so mancher Stratege. In einer besonders intensiven Szene liegt Paul in einem Granatentrichter mit einem von ihm tödlich verletzten Franzosen, und beschäftigt sich mit dem Menschen hinter dem Soldaten und verzweifelt fast daran.

Paul erlebt, wie er sein Menschsein langsam verliert, wie er den Bezug zur Normalität verliert und zu einem jungen Menschen wird, der nichts anderes mit seinem Leben mehr anfangen kann als Krieg. Er erkennt, daß der Krieg umso sinnloser gerät, je näher dessen Ende rückt. Er findet Soldatenkarrieren, die komplett reziprok zu den zivilen Karrieren verlaufen, Menschen, die in den Kasernen weitab der Front hervortun, aber sowohl im Beruf als auch im Gefecht das Gegenteil zeigen.

Im Jahre 1929, also gut ein Jahrzehnt nach Beendigung des ersten Weltkriegs erschienen, fand Im Westen nichts Neues schon bald reißenden Absatz. Seitdem hat der Roman nichts an seiner Aktualität eingebüßt, denn letztendlich ist es immer derselbe Krieg, mit Soldaten, die sich irgendwann fragen, für wen oder was Sie ihr Leben riskieren und versuchen, gegnerische Soldaten umzubringen, die dasselbe denken, mit einem Kriegsgrund, der bar jeder Wahrheit immer Verteidigung lautet. Dieses Buch sollte wirklich jeder gelesen haben.

März 2003

Thomas Harris 

Roter Drache

Berühmt geworden ist Thomas Harris spätestens durch die Verfilmung seines Romans Das Schweigen der Lämmer mit Sir Anthony Hopkins in der Rolle des Massenmörders und Doktors der Psychologie Hannibal Lecter. Roter Drache ist der erste Teil der Lecter-Trilogie, deren Romane inzwischen komplett den Weg auf Zelluloid gefunden haben.

Protagonist William Graham ist Sonderberater des amerikanischen FBI im Quasiruhestand, seit er bei der Verhaftung Lecters durch diesen schwer verletzt wurde. Wegen zweier Familienmorde, jeweils bei Vollmond verübt, die das FBI vor ein scheinbar unlösbares Rätsel stellen, überredet der Leiter der Ermittlungen Graham zur Rückkehr. Sie gelangen auf die Spur des Täters, der Hannibal Lecter verehrt und von diesem auf Graham aufmerksam gemacht wird. Doch die Verfolgung kostet Opfer und stellt Will Graham und seine Familie vor schwere Prüfungen.

Roter Drache ist atmosphärisch sehr dicht gestaltet; man hat kaum Zeit, Atem zu holen. Thomas Harris bietet einen tiefen Einblick sowohl in die Psyche von Täter, indem er dessen Vergangenheit ausführlich beleuchtet, als auch des Ermittlers, dessen innerer Kampf ein zentrales Thema des Romans darstellt. Gewiß nichts für schwache Gemüter, aber für alle anderen ein lesenswertes Buch.

Januar/ Februar 2003

Die Buchempfehlung für Januar und Februar fällt aus wegen größeren zu erfüllenden Lernpensums und operationsbedingten Ausfalls sowie der Überarbeitung der Website.
 
Wissenschaftliche Arbeiten schreiben mit LaTeXRetten von Bilddaten von Speicherkarten